Unsere Jahreshauptversammlung - 08. April 2026

Zunächst begrüßt der 1. Vorsitzende, Hendrik Hüsker, alle Anwesenden recht herzlich und wünscht den 40 Mitgliedern und Freunden des PZV Bassum-Freudenberg e. V.  zu unserem gemeinsamen Imbiss in Stövers Landgasthaus einen guten Appetit.

Zu Beginn der Versammlung begrüßt er besonders unseren Ehrenvorsitzenden,  Hilmer Buschmann, unsere Referentin des Abends, Maren Schlender - stellvertr. Zuchtleiterin des Hannoveraner Verband e. V., den Gestütsbeamten des Landgestüt Celle, HSM Klaus Berger sowie Enno Buschmann vom RuFV Diek-Bassum e. V.

Vor dem Jahresbericht des 1. Vorsitzenden erheben sich alle Anwesenden zum Gedenken an unsere verstorbenen Züchterkolleginnen und Züchterkollegen, die mit Leidenschaft und  Hingabe unserer gemeinsamen Passion, der Pferdezucht, nachgegangen sind.
Hendrik Hüsker nennt stellvertretend unser Vereinsmitglied Ewald Grotelüschen aus Wardenburg - Begründer des Oldenburger Elfen-Stamm (auch Elfenblume-Stamm) -  eines der renommiertesten und leistungsstärksten Dressurlinien der Oldenburger Zucht.

'Ehre dem Ehrenamt...'

 ...was heißt das eigentlich...Ehre dem Ehrenamt...und warum soll es das heutige Motto sein?

Hendrik Hüsker stellt diese Frage zu Beginn seines Jahresberichtes und gibt auch gleich die Erläuterung dazu:

Ein Ehrenamt ist eine freiwillige, unentgeltliche Tätigkeit, die dem Gemeinwohl dient und meist in Vereinen, sozialen Einrichtungen oder öffentlichen Funktionen ausgeübt wird. Es ist oft regelmäßig und wird nicht primär für Geld ausgeübt. 

Er sagt, es ist das heutige Motto, weil ohne Ehrenamt kein einziger Verein funktionieren würde! Egal, ob Schützen-, Sport-, Reit- oder wie in unserem Fall ein Pferdezuchtverein. Es kommen dazu Menschen zusammen, die meistens in Gemeinschaft, einem Vorstand o. ähnl., für die Sache und den Verein die Verantwortung übernehmen..., aber eben oft auch die meiste Arbeit leisten. Eben für die Gemeinschaft... und oft mehr für den Rest der Mitglieder, als für sich selbst. Hendrik Hüsker weist darauf hin, das wir alle zusammen dieses Engagement für das Ehrenamt und die Arbeit dafür, nicht nur respektieren, sondern auch ehren sollten. Wir sollten es entsprechend wertschätzen, daß wir genau diese Menschen haben. Leider gibt es aber auch viele, die viel meckern, die alles besser wissen, denen nichts gut genug ist und die Ehrenamtler auch noch kritisieren! Fragt man diese dann nach anderen Lösungen oder Ideen, kommt oft die Antwort:'...wieso - das müsst Ihr doch wissen und entscheiden - dafür seid Ihr ja schließlich gewählt worden'. Hendrik Hüsker gibt zu, solche Aussagen in seinen Ehrenämtern schon oft gehört zu haben und das ihn diese mächtig stören. Die meisten Menschen in Ehrenämtern sind es  ja gewohnt, wenig Lob für ihre Arbeit zu bekommen und sind schon zufrieden, wenn das, was sie sich vorgenommen haben gut klappt und z. B. die organisierten Veranstaltungen gemeinsam mit den entsprechenden Kollegen gut über die Runden gebracht haben!

Er möchte kein Loblied auf seine Kolleginnen und Kollegen und sich singen..., er möchte nur, das jeder ein wenig darüber nachdenkt, wenn es um Menschen in der Ausübung eines Ehrenamtes geht. Allerdings möchte er auch Werbung für das Ehrenamt machen, gerichtet besonders an die jüngere Generation, denn Engagement in einem Ehrenamt lohnt sich! Es macht Spaß, gemeinsam etwas zu gestalten, Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen - auch wenn es dafür kein Geld gibt. Und wenn man einmal gefragt werde, ob man nicht Lust hätte, mitzumachen, dann sollte man sich nicht fragen 'was kriege ich dafür' oder 'was habe ich davon'. Hendrik Hüsker sagt, in der Regel bekommt man tolle Kollegen, viel Spaß und Freude bei der Ausübung eines Amtes und am Ende die Genugtuung, wenn alles geklappt hat.

Den  Abschluß des 1. Teils seines Geschäftsberichtes beendet Hendrik Hüsker mit den Worten:
'Also ran an den Speck und mitmachen, wenn es sich ergibt - und an alle der Appell 'Ehre dem Ehrenamt!

Anschließend lässt Hendrik Hüsker das letzte Jahr Revue passieren und verliest anschließend die Sieger und Platzierten unseres 13. Freudenberger Freispringwettbewerbes. Insbesondere erwähnt er unsere letztjährige Fohlenrundfahrt am 01.06.2025, bei der wir insgesamt 17 Fohlen auf 5 Züchterhöfen sehen konnten. Die Schlußstation bildete die Familie Heithaus, Bockstedt, wo nach der Platzierung der schöne Tag mit einem gemütlichen Beisammensein seinen Ausklang fand.

Der 1. Vorsitzende bedankt sich nocheinmal recht herzlich bei allen Ausstellern für die Teilnahme und die erfahrene Gastfreundschaft auf allen unseren Stationen!

Die Ergebnisse unserer Veranstaltungen:

Auf dem Vilsa-Brokser Stuten- und Fohlenevent stellte Marcel Heithaus, Bockstedt, mit seiner 2-jährigen Stute von Elastic/Fürst Romancier die Klassensiegerin! Auf dem 2. Platz rangierte eine 2-jährige von Von und Zu/Dancier aus der Zucht von Bernhard Sieverding, Twistringen, der bei den 3-jährigen mit einer Tochter von Follow Him's Schönweide/Franziskus den 3. Platz belegte. Hier waren weiterhin platziert: eine Stute von For Romance/Bonard de Charry aus der Zucht und im Besitz von Hendrik Hüsker, Syke sowie eine Tochter des Ellis/Don Index aus der Zuchtstätte Martin Hanschen, Ehrenburg.


Für diesen Schauerfolg überreichte der 1. Vorsitzende Martin Hanschen eine Urkunde des Hannoveraner Verband e. V.

An dem Vilsa-Fohlenchampionat nahmen 14 Fohlen in 3 Abteilungen teil. Auch hier waren die Freudenberger Züchter sehr erfolgreich! In der Abteilung der älteren Dressurfohlen stellte Hergen Cordes, Sudwalde, wie auch bei unserer Fohlenrundfahrt, das Siegerfohlen. Die Stute von Freigeist/Floriscount zeigte sich hier in überragender Form und war nicht zu schlagen. Den 2. Platz in dieser Abteilung sicherte sich eine Tochter von Venturo/Vivaldos aus dem Züchterhaus Holger Duveneck, Twistringen.

Zum Abschluß seines Jahresberichtes ging der 1. Vorsitzende auf die Neuigkeiten im Verband ein. So wurde auf der Delegiertenversammlung Anfang April der Präsident Hinni Lührs-Behnke verabschiedet. Sein Amt wird von Dr. Frederic Bünger weitergeführt. Als neues Präsidiumsmitglied wurde der Bezirksvorsitzende Dr. Michael Lühs gewählt, weiterhin Stefan Kallaß als neues Aufsichtsratsmitglied. Der Aufsichtsratsvorsitzende Henning Schmidt stellte sein Amt ebenfalls zur Verfügung, dieses wird nun von Hendrik Hüsker übernommen. Hendrik Hüsker stellte kurz das neue Stutenschaukonzept vor und ging auf das Hannoveraner Fohlen-Championat ein, das am 26.07.2026 in Verden stattfindet. Hierzu kann jeder PZV Fohlen gemäß der Delegiertenanzahl nennen - die Auswahl der Fohlen obliegt dem jeweiligen Verein. Die Auswahl eines Fohlens unseres Vereins - die Freudenberger Fohlenauslese - findet am Sonntag, den 05. Juli 2026 auf dem Hof von Holger Duveneck in Twistringen statt. Dazu wird ein neutraler Richter eingeladen.

Im weiteren Verlauf fanden außerdem Wahlen statt. Der 1. Vorsitzende, Hendrik Hüsker wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt und für den erweiterten Vorstand wurde ebenfalls einstimmig Marcel Heithaus, Bockstedt, wiedergewählt.

Unter dem TOP - Ehrungen - zeichnete der 1. Vorsitzende unsere älteste aktive Zuchtstätte aus.
Zum Züchter des Jahres 2025 wurde Heino Knief aus Wichenhausen geehrt.

...Wichenhausen Nr. 5 - Opa Heinrich Rohlfs war 1918 Gründungsmitglied des Vereins...,
Heino selbst war für unseren Verein insgesamt 39 Jahre im Vorstand aktiv und leistete auch im Reitverein Diek-Bassum  jahrelange Vorstandsarbeit. Er hielt hier auch immer die Verbindung zwischen den beiden Vereinen aufrecht. Insgesamt hat Heino 52 Fohlen gezüchtet, die vielen davor von Heinz Knief und Opa Heinrich noch dazu. Im Jahr 1978 wurde die Stute 'Walonin' v. Waidmannsdank xx zur Staatsprämienstute ausgezeichnet - Heino's 1. Prämienstute! Im Laufe der Jahre folgten weitere Staatsprämientstuten: Granola v. Gardeulan, Parodie v. Prince Thatch xx, Waleska, Donna Marie und noch weitere. Seine erfolgreichste Stute aber hatte keine Staatsprämie - Eleanor v. Erbherzog. Aber sie hatte 3 Töchter die mit der Staatsprämie ausgezeichnet wurden sowie 8 weitere Nachkommen, die sportliche Erfolge feiern konnten, u. a. die von Drosselklang II abstammende(n) Donna Lütje (Spr. 1,60 m) und Don Oskar (Spr. 1,50 m) - Hannoveraner Springpferde-Champion 1999  mit Uwe Stradtmann.
Heino's erfolgreichsten Auktionspferde waren Don Oskar, Don Benito, Auckland und Cleo.
Die Stute Granola war mit Dorina (v. Drosselklang II) tragend, als sie 1993 den Hof verlassen hat. Auf einer Hofauktion im Jahr 2005, zu der Hendrik und Heino fuhren - nur um zu gucken - entdeckten sie Granola und kauften sie kurzerhand zurück!
Durch Dorina's Tochter Cleo (v. Cloney) besteht seit 2007 die Zuchtgemeinschaft Hüsker/Knief. Gemeinsam konnten sie Erfolge feiern - so wurde Cleo  2014 Reserve-Siegerstute in Lienen und in 2025 wurde ein Nachkomme  von Catoki Junior gekört, zugleich der 1. gekörte Hengst aus Wichenhausen.
Mit Tochter Sandra ist bereits die nächste Generation züchterisch aktiv und auch Heino's Enkeltöchter Isabell und Levke haben den Pferdevirus ganz fest in sich.

Hendrik Hüsker gratuliert Heino Knief im Namen aller ganz herzlich und überreicht ihm zur Auszeichnung und Erinnerung ein  Präsent. Im Anschluß gab es für diese emotionale Ehrung Standing Ovations!

Als Referentin des Abends war die stellvertretende Zuchtleiterin des Hannoveraner Verband e. V., Maren Schlender, zu Gast. Sie bedankte sich zunächst recht herzlich für die Einladung und berichtete über die 'Hannoveraner Zucht rund um den Globus'.

Maren Schlender beginnt ihren Vortrag mit der Entstehung der Öffnung des Verbandes. Bis zum Jahr 2007 war die Arbeit des Verbandes auf das Verdener Zuchtgebiet beschränkt. Jeder Züchter außerhalb dieses Gebietes benötigte einen 2. Wohnsitz in Niedersachsen. Dann wurde die bundesweite Ausdehnung beschlossen und es gab keine Grenzen mehr. Hieran maßgeblich beteiligt war Dr. Ludwig Christmann, der insgesamt 18 Jahre für den Verband tätig war. Die Betreuung der ausländischen Züchter wurde von ihm übernommen und entsprechend auf- bzw. ausgebaut. Diesen Part hat nunmehr Maren Schlender inne und betreut mittlerweile jeweils zur Hälfte in- und ausländische Züchter.
Sie berichtet sehr interessant über die Entwicklung der seinerzeit neu gegründeten 76 Pferdezuchtvereine in Deutschland (Bayern, Baden-Württemberg, Berlin-Brandenburg und Westfalen) sowie in Frankreich, Italien, Russland, Dänemark, Schweden, Finnland und Südafrika. Außerdem wurden in den USA, Groß-Britannien, Australien und Neuseeland Tochterverbände, mit der Führung eigener Stutbücher - nach Richtlinien des Verbandes  - gegründet. Im Jahr 2011 wurde dann der 'Bezirksverband International' gegründet, in deren alle Vertreter der Tochterverbände Mitglied sind. Maren Schlender bringt der Versammlung anschließend den Aufbau, die Betreuung sowie die Aktivitäten der PZV's näher. Weiterhin geht sie auf Kanada ein, die mit der Eigenständigkeit  eine Sonderstellung einnehmen, aber eine enge Anbindung an Deutschland haben. Im Jahr 1995 wurden dort zwei Pferdezuchtvereine gegründet. Die Kanadier mit ihrer berühmten Royal Canadian Mounted Police züchten u. a. auch Hannoveraner und kaufen auch Pferde zu -  allerdings seien nur Rappen gefragt.
Anhand von Diagrammen verdeutlicht Maren Schlender im weiteren Verlauf Fohlenregistrierungen und Stutenzahlen sämtlicher Länder. So gibt es allerdings auch noch 'kleine' Länder ohne PZV's , wie z. B. Polen, die aber, was die Fohlenzahlen anbelangt, zwischenzeitlich  den Spitzenplatz von Kanada übernommen haben.
Seit 2018 werden für Fohlen Gold-Medaillen auf offiziellen Veranstaltungen vergeben. Im letzten Jahr wurden in 25 Ländern ca. 1.500 Fohlen registriert sowie 246 Stuten aufgenommen. Auch geht  Maren Schlender auf  Erfolgsgeschichten Hannoveraner Pferde ein, u. a. auf den Werdegang des rheinisch gebrannten und in Portugal beheimateten Zonik Plus (v. Glock's Zonik/Hohenstein I/Donnerhall).


Weiterhin faßt sie folgende Zahlen zusammen: Weltweit wurden in 2024 insgesamt 106.766 Warmblutfohlen registriert, davon 102.000 allein in Europa. Mit 24.905 werden wiederum in  Deutschland die meisten registriert, wobei der Hannoveraner Verband den größten Anteil hält. Danach folgen Belgien mit 13.715, Spanien mit 13.375 und die Niederlande mit 13.226 Fohlen. Es schließen sich weitere Länder wie Frankreich, Irland, Schweden, Portugal und Dänemark an. Außerhalb von Europa werden etwa 5.600 Fohlen registriert. Dann weist sie ausdrücklich darauf hin, daß die Definition 'Züchter' im Ausland eine andere ist, als bei uns - nämlich: ...der Züchter ist der Eigentümer eines Fohlen's. So sollte man, auch auf Empfehlung des WBFSH, beim Verkauf von tragenden Stuten UNBEDINGT vereinbaren, möglichst schriftlich, daß man Züchter des Fohlens bleibt.
Zum Schluß ihres Vortrages nennt sie ein paar weitere, höchst interessante Zahlen der weltweiten Sportpferdeeintragungen:
bei den registrierten Reitpferden auf FEI-Events nehmen Springpferde den größten Anteil ein, etwa die Hälfte sind Dressurpferde und es folgen dann Vielseitigkeits- und Para-Dressurpferde. Bei den insgesamt FEI-registrierten Pferden liegt Frankreich auf Platz 1, gefolgt von Deutschland und Belgien. Die TOP 3 der eingetragenen Pferde in den nationalen Verbänden sind USA, Deutschland und Frankreich.
Maren Schlender schließt mit den Worten: 'Die Bedeutung der Hannoveraner Zucht im Ausland ist sehr hoch und nimmt einen hohen Stellenwert ein!'

Hendrik Hüsker bedankt sich zum Abschluß dieses überaus interessanten Berichtes herzlich bei Maren Schlender und überreicht ihr zum Dank ein Präsent - den Freudenberger Kaffeebecher.

Zum Abschluß unserer harmonisch verlaufenden Jahreshauptversammlung weist
Hendrik Hüsker noch auf unsere bevorstehenden Veranstaltungen hin.

Der 1. Vorsitzende bedankt sich abschließend für die rege Teilnahme und wünscht
allen Züchtern ein erfolgreiches Zuchtjahr mit viel Glück und Erfolg!

Unser Züchter des Jahres 2025 und unsere Referentin des Abends:

v. lks. n. r.: Chris-Florian Witte, Maren Schlender, Heino Knief, Hendrik Hüsker